Disziplin unter deutschen Soldaten hinterlässt Eindruck bei Franzosen

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Unsere strenge Ordnung machte auf ihn den besten Eindruck. Schon am zweiten Tage unserer Einquartierung teilte er mir mit, wie unsere Haltung und Manneszucht Dijonesen in Staunen gesetzt habe; sie hätten von uns nach so heißen Kampfe das Schlimmste befürchtet, jetzt wundert er sich nicht mehr, daß die deutschen überall Sieger seien. -

"Mein Quartierherr konnte gebrochen deutsch und unterheitl scih sehr gerne mit uns. Zum Zeitvertreib gab er uns Karten und ein Dominospiel. Unsere strenge Ordnung machte auf ihn den besten Eindruck. Schon am zweiten Tage unserer Einquartierung teilte er mir mit, wie unsere Haltung und Manneszucht Dijonesen in Staunen gesetzt habe; sie hätten von uns nach so heißen Kampfe das Schlimmste befürchtet, jetzt wundert er sich nicht mehr, daß die deutschen überall Sieger seien. -
Sie hatten ja Gelegenheit vergleiche anzustellen; denn Tags zuvor hatten sie die Zügellosigkeit ihrer eigenen Truppen aus nächster Nähe kennen gelernt. -
Zum größten Erstaunen der Dijonesen wurde an dienstfreien Tagen exerziert und Zielübungen vorgenommen; dies imponierte meinem Quartierherrn ganz gewaltig. In traurig bitterem Tone gab er nach dem ersten Eindrücken von einer solchen Übung seinen Gefühlen Ausdruck, indem er durchblicken ließ, sie seien selbst an ihrem Untergang schuld; ein solch schneidiges Exerzieren habe er bei ihren Truppen noch nei entdecken können. An einer dieser Tage wure ich zum Auditeur befohlen, um an einem Kriegsgericht mitzuwirken. Ein Soldat unseres Bataillons hatte einen zinnernen Löffel entwendet, und weil der Fall nach den gegebenen Verhältnissen als Plünderung betrachtet werden mußte, wurde der Mann zu 1/2 Jahr Strafkompagnie verurteilt. Als ich dies meinem Professor mitteilte, um ihm einen Begriff zu geben, wie bei den deutschen Truppen auch jedes Vergehen streng geahndet wird, meinte er, diese Strafe sei doch gar zu hart; aber er sah ein, daß durch ein solches Vorgehen die Disciplin unter allen Umständen aufrecht erhalten werde.
Über eine Mitteilung des Professors wundere ich mich noch heute. Sie betrifft den sittlichen Zustand der Arbeiterbevölkerung Dijons. In den grellsten Farben malte er die Sittenlosigkeit dieses Arbeiterproletariats in den Vorstädten aus und verfehlte nicht, wie mit den Truppen aus Lyon hunderte von Frauenzimmern üblen Rufes angekommen seien, die sich zur Zeit noch in der Stadt aufhielten. -"