Situation deutscher Auswanderer in Mexiko im 2. Weltkrieg

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...als Mexico Deutschland den Krieg erklaerte wurde dieselbe interveniert und ich musste mit meiner Familie in die Hauptstadt, die ich waehrend des Krieges nicht verlassen durfte. Wir wurden dort sehr beobachtet und von der amerik. Geheimpolizei bewacht. Im Uebrigen durften wir sonst tun und lassen was wir wollten und ich hatte Gott sei Dank genuegend Geld, um wahrend dieser vier Jahre Zwangsferien gut leben zu koennen...

[…]Auch ich habe in den letzten dreissig Jahren ein reichhaltiges Leben durchgemacht. - Bin genau so wie Du bis heute meinem Landwirtsberuf treu geblieben. Kam zuerst hier in Mexico an der Grenze mit Guatemala auf eine grosse Cafeplantage, von der ich nach eineinhalb Jahren Hauptverwalter und nach einem weiteren Jahre Bevollmaechtigter wurde. Diese Plantage besass ein Deutscher und als Mexico Deutschland den Krieg erklaerte wurde dieselbe interveniert und ich musste mit meiner Familie in die Hauptstadt, die ich waehrend des Krieges nicht verlassen durfte. Wir wurden dort sehr beobachtet und von der amerik. Geheimpolizei bewacht. Im Uebrigen durften wir sonst tun und lassen was wir wollten und ich hatte Gott sei Dank genuegend Geld, um wahrend dieser vier Jahre Zwangsferien gut leben zu koennen. Auch hatte ich mir schon einige Jahre vorher ein Haus in der Hauptstadt geakuft aber auf Namen eines mexic. Freundes, im Falle einer Beschlagnahmung. Aber so weit kam es doch nicht. Fast ware ich in diesen Krieg drueben, den ich mir nachher nur ruhig im Sofa im Radio anhoerte, auch noch reingeschliddert. Das kam so: Hatte mich 1938 mit einer Pastorentochter aus pommern verlobt und hatte fuer dne ersten August 39 ein Schiffbillett bestellt um drueben zu heiraten und mit meiner Frau herzufahren. Vierzehn Tage vor Abfahrt des Dampfers bestellte ich ab, da mir die Sache zu mulmig vorkam und meine gute Nase wurde mir zur Rettung. Schickte dann ein Telegramm an meine Braut sofort abzureisen und sie kam dann noch gerade mit dem letzten Dampfer hier an. Dann wurde mir 1940 ein Toechterchen und 1942 ein Sohn geschenkt[...]