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Stummfilm anders herum - Lustiges von der flimmernden Leinwand

  • Tacitus
  • March 12, 2012 at 4:41 PM
  • 1,505 Views
  • 0 Replies

Ein Zeitungsbericht zur Lage des Stummfilms im Jahr 1939.

In Paris schloß das letzte Stummfilm=Kino vor kurzem seine Pforten. Zwanzig Jahre lang hatte es ausschließlich stumme Filme gespielt. Der Inhaber erklärte, er müsse sein Kino keineswegs aus Mangel an Besuchern schließen, aber es gebe ja keine spielbaren stummen Filme mehr. Sich auf den Tonfilm umzustellen, hat er entschieden abgelehnt.

Stummfilm=Kinos gibt es aber in anderen Ländern noch, vor allem in Südamerika. Farmer mit eigenen Apparaturen lassen dort mit besonderem Vergnügen stumme Bildstreifen vor der Nachbarschaft, die sie eingeladen haben, abrollen. Das Kino ist für den Südamerikaner die ideale Entspannungsstätte, da er sich aus Büchern und Hausmusik nicht allzuviel macht und Cafes und Restaurants nur an wenigen Tagesstunden aufsuchen kann. Während diese Lokale in den heißen Mittagsstunden geschlossen bleiben, spielen die Kinos bei mehr oder minder guter Ventilierung von zwei Uhr nachmittags bis ein Uhr nachts je ein Programm von drei Großfilmen mit ausführlichem Beiprogramm. Man kann für eine Pauschalgebühr das ganze Programm genießen oder für einen Teilpreis einzelne Filme. Jedenfalls findet eine gewisse Platzkontrolle statt.

Auf der Insel Haiti wurde dem Stummfilm eine überraschende Wiederauferstehung beschert. An jedem Sonntag versammeln sich lange vor Beginn der Vorstellung Tausende im Stadion vor dem Regierungspalast der Landeshauptstadt. Die Vorführung dieser Filme geschieht unentgeltlich. Wer später kommt, findet Stehplätze in unbegrenzter Menge – aber nicht vor der Leinwand, sondern dahinter. Eine dicht gedrängte Menschenschar betrachtet den Film von der Rückseite; die Zwischentexte sind von dort aus unlesbar. Sie erregen denn auch jedesmal allgemeinen Unwillen, man empfindet sie als lästige Störung und protestiert dagegen regelmäßig mit Zischen und Pfeifen. Ein Orkan der Entrüstung aber bricht aus, wenn der unglückliche Operateur die Spulen wechseln muß. Dann muß er eine Flut von Verwünschungen über sich ergehen lassen. (Quelle: Berliner Illustrierte Zeitung, Nummer 23 vom 7. Juni 1939 - 48. Jahrgang)

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