Bericht über die Zeit in Breslau in den Jahren 1945 und 1946

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Die anschliessende Zeit war schwer, da kein Brot und Lebensmittel auf deutsches Geld. Erst nach Übernahme durch die Polen kam Schwarzmarkt auf und jeder veräusserte noch sein letztes, um leben zu können. Grosse Säuglingssterblichkeit. Lene hielt das Konsulat offen, konnte aber mit Berlin keine Verbindung bekommen. Um Brot zu bekommen, bei den Arbeitstrupps gearbeitet, Dachziegel geputzt. Anfang August Hausdurchsuchung von 10 polnischen Milizsoldaten...

"Ja, könnte man sich einmal sehen und wieder aussprechen. Aber so muss ich heute versuchen, noch einmal alles in Erinnerung zu bringen, was uns die vergangenen Jahre gebracht haben. [...] Am 20. Januar fingen in Breslau die Trecks an, dann ging alles Schlag auf Schlag. Viel Alarme und somit Kellergänge. [...] Meine Flucht Anfang Februar zu meinen Bekannten aus Breslau nach Greiffenberg endete 1 Woche später wieder in Breslau, ich hatte doch Sehnsucht nach meinem Mädel und kam mit dem letzten in Breslau überhaupt einlaufenden Zug zurück."

Über die Zeit ab Ende Mai:


"Die anschliessende Zeit war schwer, da kein Brot und Lebensmittel auf deutsches Geld. Erst nach Übernahme durch die Polen kam Schwarzmarkt auf und jeder veräusserte noch sein letztes, um leben zu können. Grosse Säuglingssterblichkeit. Lene hielt das Konsulat offen, konnte aber mit Berlin keine Verbindung bekommen. Um Brot zu bekommen, bei den Arbeitstrupps gearbeitet, Dachziegel geputzt. Anfang August Hausdurchsuchung von 10 polnischen Milizsoldaten und Kommandanten nach Waffen und Kontrolle über ausgestellte falsche Pässe von Lene... [...] 4 Tage Aufenthalt in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung einer Villa mit weiteren 7 Männern und einer Frau. Gemeinsames Schlafen in voller Ausrüstung auf dem blanken Fussboden unter einem Teppich. Keine Waschgelegenheit. Essen nur nach Lust der Bewachung. Dann Verhör im Untersuchungsgefängnis..."