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Deutsch-Französischer-Krieg
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Ein deutscher Zuave in der französischen Fremdenlegion

  • Tacitus
  • October 8, 2020 at 4:32 AM
  • 2,753 Views
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Ein deutscher Soldat kommt nach der Schlacht bei Sedan in französische Kriegsgefangenschaft. Er überlebt den Krieg und veröffentlicht im Jahr 1896 seine Erinnerungen. Es lässt sich anhand des Textes leider nicht mehr feststellen, an welchen Tagen die Ereignisse seiner Erinnerungen genau stattgefunden haben.

Quote

Ich war auf das Höchste überrascht und hätte diesen Zuaven, der mich so kameradschaftlich in meiner Sprache anredete, am allerwenigsten für einen Deutschen gehalten, der er in der That war. Er unterschied sich durch nichts von den anderen. Im Gegentheil, sein Teint war gebäunter wie der seiner Kameraden...

"Ich für meinen Theil hatte nun Gelegenheit, die französischen Soldaten näher in Augenschein zu nehmen.
Sie waren so, wie ich sie bereits kennen gelernt: hager, sehnig und sicher von großer Gewandtheit. Ihre Bewegungen hatten trotz der Schnelligkeit etwas Katzenartiges, Schleichendes.
Als ich so in meine Betrachtungen versunken dastand, klingt es an mein Ohr:
"Na, Kamerad, wie geht es?"
Ich war auf das Höchste überrascht und hätte diesen Zuaven, der mich so kameradschaftlich in meiner Sprache anredete, am allerwenigsten für einen Deutschen gehalten, der er in der That war. Er unterschied sich durch nichts von den anderen. Im Gegentheil, sein Teint war gebäunter wie der seiner Kameraden, und sein Gesicht bekam dadurch, daß es voller Pockennarben saß, und die Vertiefungen, die die Narben hervorgerufen, besonders tief gebräunt waren, einen ganz abscheulichen Ausdruck. Ich hatte Mühe, meine Empfidungen zu verbergen. Er erzähle mir, daß er arbeitslos sich in Frankreich umhergetrieben habe und schließlich in die Fremdenlegion eingetreten sei. Meine Frage nach seiner Heimath - er war Norddeutscher - ließ er unbeantwortet, ich mochte nicht in ihn dringen. Als ich ihm erzählte, wie es uns ergangen, wie es selbst den gendarmen schwer geworden sei, uns vor der Volkswuth zu schützen, theilte er mir mit, daß es ihnen, den französischen Soldaten, weit schlimmer ergangen sei. [...]
Ich muß gestehen, daß ich trotz des widerwärtigen Eindrucks, den mein "Zuaven=Landsmann" auf mich machte, mich noch gern mit ihm unterhalten hätte, schon um von dem Leben und Wesen der Turkos etwas zu erfahren. Unserer Unterhaltung wurde aber plötzlich ein Ende gemacht. Wir empfahlen uns mit deutschem Handschlag und Händedruck und dem gegenseitigen Wunsche einer glücklichen Rückkehr in unser beiderseitiges Vaterland. Der Gefängnisaufseher war erstaunt über unseren so schnell geschlossenen Freundschaftsbund."

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  • Deutsch-Französischer Krieg
  • Soldat
  • 1870
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