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Deutsch-Französischer-Krieg
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In München denkt jeder nur noch an den Krieg

  • Tacitus
  • August 25, 2020 at 12:56 AM
  • 2,389 Views
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Ein junger Mann schreibt einen Brief am 25. August 1870 und schildert darin den Kriegsalltag in München und seine persönliche Abneigung (er bezeichent es sogar als "Haß") gegenüber Frankreich und England.

Quote

...und auf diese Weise hielt die steigende Aufregung immer neue Nahrung. - Abends beim Glase Bier, beim Meinungsaustausch hatte die Phantasie freien Spielraum; nur für den Krieg hatte man noch Sinn; meine gemüthlichen, poetischen englischen u. französischen Abende bei Tante Auguste fielen auch dem allgemeinen Sturm zum Opfer, nicht nur, daß ich für die harmlose Beschäftigung des Fridens, für die Pflege der Künste und Wissenschaften keine Zeit gehabt hätte, - nein - die Hauptursache war die abscheu den ich mit einem male vor der engl u. franz. Sprache bekommen hatte u. noch habe...

"Auch mich hatte, wie schon gesagt, gleich nach meiner Rückkehr eine so furchtbare Aufregung ergriffen, daß ich zu aller u. jeder Arbeit wie gelähmt war. - im Geschäft wurde immer nur das Allernöthigste gethan glückliche- - oder besser in folgerichtiger Weise angesichtes der Ereignisse - ist das Geschäft total still -; den ganzen Tag wurden Zeitungen gelesen, ein Geschäft wurde unter uns jungen Leuten eine „fliegende Neuigkeitsauffindungs u. Mittheilungspatrouille“ errichtet, - zwei von uns waren abwechselnd immer unterwegs - und auf diese Weise hielt die steigende Aufregung immer neue Nahrung. - Abends beim Glase Bier, beim Meinungsaustausch hatte die Phantasie freien Spielraum; nur für den Krieg hatte man noch Sinn; meine gemüthlichen, poetischen englischen u. französischen Abende bei Tante Auguste fielen auch dem allgemeinen Sturm zum Opfer, nicht nur, daß ich für die harmlose Beschäftigung des Fridens, für die Pflege der Künste und Wissenschaften keine Zeit gehabt hätte, - nein - die Hauptursache war die abscheu den ich mit einem male vor der engl u. franz. Sprache bekommen hatte u. noch habe - Bisher habe ich ins besondere die englische Sprache mit einer gewissen Vorliebe, u. daher auch mit großer ausdauer fort u fort betrieben, und jede Gelegenheit wargenommen, englisch zu sprechen... [...] Wohl haße ich das französische Volk wegen des namenlosen Weh's, welches dasselbe nicht nur sein Cäsar, über uns friedliche Deutsche gebracht hat, aber ich kann dies Volk auf der anderen Seite nur bemitleiden, daß es von seiner Regierung so entsetzlich betrogen, und nun an den Rand des Abgrunds in jeder Beziehung gebracht worden ist, - freilich kann man sagen, es hat sich durch eigene Schuld dahin bringen lassen. - Dagegen haße ich, u. verachte ich, von Grund meines Herzens jene verkommene bastard Germanen, jenes feige elende Krämer insulanervolk, welches nun des Friedens willen, aber uns um des eigenen lieben Friedens willen, dem Riesenkampfe gemütlich, wenn nicht gar schlafend zusieht, allerhöchstens nach einer Gelegenheit spähend, wo mit dem einen Kämpfer ein gutes Geschäftchen mit Kriegsartikelchen zu machen ist - Daß ein großes Volk durch allzulangen Frieden entarten kann, sieht man an den Theerjacken..."

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