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Schlacht bei Mars-La-Tour: "Überall nichts als Leichen"

  • Tacitus
  • August 17, 2020 at 5:22 AM
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Erinnerungen zum 17. August 1870. Ein Soldat beschreibt das Schlachtfeld am Tage nach der Schlacht von Mars-la-Tour.

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"O, wie gern möchte manche Liebeshand in der Heimath diese Augen zudrücken, manche Mutter, manche Gattin, manche Braut noch einen Kuß auf diese erkalteten Lippen drücken! Aber es war Niemand da der solchen Liebesdienst den Todten erweisen konnte..."

"In mehren Ortschaften, welche wir passirten, fanden wir von ihrem Regimente abgekommene Soldaten, welche uns die gestrige mörderische Schlacht zu beschreiben suchten und erzählten von dem colossal starken Feuer welches von feindlicher Seite gegen sie gerichtet gewesen. Helme, Uniformen und Säbel sowie Tornister waren von den Kugeln durchlöchert. Ein Tambour zeigte mir mit betrübtem Gesichte seine durchschoßene Trommel. [...] ...darunter fiel mir ein, in einer Hausthür stehender sergeant... [...] Derselbe hatte nämlich eine Säbelhieb durchs Gesicht erhalten, welcher von einem Ohre, mitten über die Nase, zum anderen ging. Weitermarschirend über Stock und Block, Feld und Wiese sah man zerschoßene Helme, todte Pferde, zerstreute Gewehre und Tornister liegen. Der Erdboden war durch die zerplatzten Granaten hoch aufgewühlt. - Da lagen die ersten Gefallenen, zuerst vereinzelt, gleichsam die Vorposten des Todes, dann weiter dichter und dichter. Die Nummern der Achselklappen zeigten an, daß Soldaten der brandenburgischen Regimenter hier gekämpft und den Heldentod gefunden hatten. [...] Nun hatte ich Gelegenheit das Schlachtfeld in seiner gräßlichsten Gestalt vor mir zu sehen. Überall nichts als Leichen, - Deutsche und Franzosen, - welche im heißen Kampfe mit Erbitterung sich gegenüber gestanden, um den Sieg zu erringen! Jetzt lagen sie, im Tode vereint, neben einander um dann das gemeinsamen Grab miteinander zu theilen. Vielen ist die Kugel mitten durh die Brust gegangen, andern durch die Granaten die Gliedmaßen zerschmettert, abgetrennt, die Häupter zerschoßsen so daß die Gehirnmaße herausquoll und die Leichname schwammen in einer Blutlache. - Es war ein entsetzlicher Anblick die jugendlichen, kräftigen Gestalten so verstümmelt hier liegen zu sehen! Unheimlich sind die weit offenstehenden nach oben gerichteten Augen. O, wie gern möchte manche Liebeshand in der Heimath diese Augen zudrücken, manche Mutter, manche Gattin, manche Braut noch einen Kuß auf diese erkalteten Lippen drücken! Aber es war Niemand da der solchen Liebesdienst den Todten erweisen konnte. Die Angehörigen hatten vielleicht, ja man kann sagen gewiß, noch keine Ahnung von dem traurigen Schicksale dieser Helden. Wie viel Herzen in Deutschland wie in Frankreich mögen auf diesem Schlachtfelde ihr Glück, ihre Hoffnung, ihre Zukunft zu beweinen haben! Und doch war es ein Glück, daß ihnen der Anblick dieser verstümmelten Leiber erspart bleib!"

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Brief eines französischen Soldaten vom 17. August 1870. Eigentlich veröffentlichen wir auf dieser Plattform deutsche Briefe, da wir aktuell verstärkt den "Deutsch-Französischen Krieg" abhandeln und wir die Themen so vielschichtig wie möglich dokumentieren möchten, haben wir hier auch einen französischen Brief eines Soldaten, den wir Ihnen hier zeigen möchten. Der Brief liegt uns in französischer Sprache vor, hier der Versuch einer Übersetzung.
Tacitus
August 17, 2020 at 5:38 AM
0

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