Hitze, Durst und Sangesschlacht

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Beim Begegnen suchte man sich im Singen irre zu machen, indem immer ein Trupp stärker zu schreien suchte, als der andere. Hatten die Einen nun mit der "Wacht am Rhein" die Sänger des launigen: "Und als unserm Herrgott die Zeit war zu lang" aus dem Konzept gebracht, so war der Lärm und Spott groß, bis jene wieder ein anderes Lied anstimmten....

"Wir legten den ganzen Marsch auf schöner Strßae zurück, und obgleich es noch sehr schmutzig wr, herrschte doch stets die beste Laune in der Kolonne. [...] Gesang ertönte hier und dort. Beim Begegnen suchte man sich im Singen irre zu machen, indem immer ein Trupp stärker zu schreien suchte, als der andere. Hatten die Einen nun mit der "Wacht am Rhein" die Sänger des launigen: "Und als unserm Herrgott die Zeit war zu lang" aus dem Konzept gebracht, so war der Lärm und Spott groß, bis jene wieder ein anderes Lied anstimmten. Nach und nach brannte auch die Sonne auf die Köpfe, und ein furchtbarer Durst plagte uns. Als wie Domevre, ein kleines Städtchen passirten, konnte ich meinen Durst fast nicht mehr bändigen, und als wir an einem Brunnen vorbeikamen, riß ich meinen, vom Schweiße erweichten Helm vom Kopfe und schöpfte mir damit Wasser ein. Davon tranken nun noch einige, und so war dieß blos ein Tropfen auf einen heißen Stein. Die Einwohner waren mitleidig und brachten Eimer voll Wasser heraus, wovon wir freilich nicht trinken sollten, es aber dennoch, und wohl mitunter zu unserm Schaden thaten. Ich selbst nahm einem Einwohner den noch halbgefüllten Eimer aus der Hand und trank tüchtig, wofür ich eine Strafwache bekommen sollte, aber dann doch keine that."

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