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Brief vom 10. Juni 1792 aus Amsterdam

  • Tacitus
  • September 22, 2015 at 1:26 AM
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Zwei Brüder aus Hagen sind dabei auszuwandern und schreiben ihren Eltern einen Brief. Uns liegt der Brief als Textabschrift in einem zeitgenössischen Notizbuch vor.

Quote

"Wenn solche und ähnliche Betrachtungen meine Seele drückten dann fühlten wir ein Elendes Leben [...] und fanden kein Bedenken mein Vaterland zu Verlaßen und mich dem Urgestürmen Ocean und den Wellen Preiß zu geben, um solches zu endigen, oder unser Glück in einem andern Welttheil zu suchen, da wir aber sehen, Daß Sie liebe Aeltern noch theil an unserm Gefühle nahmen, und gewiß nur noch allein unsere Ehre gegen Verläumder Verteidiget haben, so Versichern wir ihnen auch daß wir uns bemühen werden, noch eine Zeitlang unser Brod hier Zur Verdienen..."

"Auch wir haben in Antwort ihres lieben Vom 13t dieses M. zuvorn in unserm 19. Verlebten Jahren schon Viele Begebenheiten erfahren, aber die Epoche des 10 dieses Monats war für uns die wichtigste und freylich die Bedenklichste darin.

Doch waß unternimmt man nicht, wenn ein Strohm Von Leidenschaften unsere Seele bestürmt, wenn ein Blick in die Vergangene Zeit, uns nichts als Kummer, Plage, Armuth und Verachtung Zeiget und die Aussicht ins Künftige nur Hirn Gespinste Von Glück und Wiederkehrende Ruhe, nur leere Hoffnungen, uns darbieten.

Wenn solche und ähnliche Betrachtungen meine Seele drückten dann fühlten wir ein Elendes Leben [...] und fanden kein Bedenken mein Vaterland zu Verlaßen und mich dem Urgestürmen Ocean und den Wellen Preiß zu geben, um solches zu endigen, oder unser Glück in einem andern Welttheil zu suchen, da wir aber sehen, Daß Sie liebe Aeltern noch theil an unserm Gefühle nahmen, und gewiß nur noch
allein unsere Ehre gegen Verläumder Verteidiget haben, so Versichern wir ihnen auch daß wir uns bemühen werden, noch eine Zeitlang unser Brod hier Zur Verdienen, wozu wir schon täglich kommen können, aber Von unsern Freünden wegen Vieler Ursachen noch abgeraten sind... [...]

Eben so gerne wie Sie noch mit uns gesprochen hätten, wünschen wir auch noch mit ihnen unterredet zu haben, gewiß würde der Tumult auch nicht so aufgebraust seyn, wann Sie darzwischen gekommen wären, doch ist an der ganzen Sache nichts gelegen, da wir uns ja keiner Unedlen that bewußt sind. - Für unser Auskommen tragen Sie keine Sorgen, wir können selbige durch unsere gesundte und starken
Körper allenthalben Verdienen, und arbeiten sind wir gewohnt. Nur wünschte ich: daß Sie uns mit erstrer Fuhrgelegenheit oder durch den Postwargen mein Coffre schicken. Wie es uns weiter gehet, werden wir ihnen nächstens melden, nur bitten wir ihnen nochmalen unser Coffre mit der darin befindlichen Kleydung aufs schleünigste Zil senden weil es uns sonst an Kleydung und Wäsche, fehlet. Wir sind übrigens noch immer ihre Ewigliebende und Treüe Söhne!

Christoph & Caspar"

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  • 10.06.1792
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"Hätte ich die Freiheit, mir eine Neigung zu wählen, die mich für alle Wechselfälle des Lebens auf einen festen Grund stellte... es würde die Neigung zum Lesen sein. Schaffe einem Menschen diese Neigung, und du wirst zugleich sein Glück begründen."

Aus einer Tagebuch-Notiz

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