Erster Todesfall und Lazarett-Einsatz nach Marsch in großer Hitze

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Da die Hitze sehr groß und die zu passirenden Wege theilweise in höchst schlechten Zustande und mit einer Anmaße von Kieselsteinen besäet waren, so blieben verschiedene Leute vor Ermattung liegen und mussten unter Beihülfe von Lazareth gehülfen nachgebracht werden..

"Von Morgens 7 bis 1 Uhr im Bataillone Übungsmarsch und Manöver in einem Thale von hohen romantischen Felsen eingeschlossen, wobei wir drei Mal durch die an dieser Stelle 2 Fuß tiefe Nahe (Nebenfluß des Rheins) waten mußten. Da die Hitze sehr groß und die zu passirenden Wege theilweise in höchst schlechten Zustande und mit einer Anmaße von Kieselsteinen besäet waren, so blieben verschiedene Leute vor Ermattung liegen und mussten unter Beihülfe von Lazareth gehülfen nachgebracht werden. - Unser Bataillons=Commandeur, welchem das Zurückbleiben so vieler Soldaten nicht entgangen war, äußerte sich vor dem Auseinandergehen des Bataillons darüber in sehr mißliebiger Weise; wies hin auf die Anforderungen welche man uns in der Nähe des Feindes stellen würde und sagte schließlich: man verlange von einer Truppe im Felde nach frühzeitigem Ausmarsch 14 Stunde Geschwindmarsch, um dann unter freiem Himel zu bivouaciren und Vorposten auszustelen! - Wir alle glaube ich, hielten diese anscheinend zu weit gehende Ansicht für unausführbar, hatten aber später nichts desto weniger öfter Glegenheit, diese Mittheilung bewahrheitet zu finden. - Nachmittags wurde ein, in der vergangenen Nacht plötzlich, aber sonst entschlafener Soldat der 8. Compagnie feierlichst beerdigt, wobei der Ortsgeistliche eine der Verhältnisse angepaßte ergreifende Grabrede hielt."

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