Spottbild auf Napoleon III. am Bahnhof in Düsseldorf

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Hier auf dem Bahnhofe war Kaiser Napoleon auf einem großen Tableau in Lebensgröße mit der bekannten Mitraillense (Kugelspritze) als Orgeldreher dargestellt, welches allgemeine Heiterkeit hervorrief...

"Freitag, den 29. Juli Um 1 Uhr Morgens wurde das Signal zum Einstiegen gegeben und wir begaben uns zur Ruhe. An Schlaf war natürlich nicht zu denken; denn wenn man sich zu 32 Mann mit Sack und Pack in einem mit mehren Holzbänken versehenen Viehwagen befindet, so läßt sich, wenn man namentlich das Angewohnte in dieser Lage bedenkt, leicht begreifen, daß man nicht wie daheim im weichen Federbette, schlafen kann. Morgens 4 Uhr kamen wir bei der alten Künstlerstadt Düßeldorf an, wo wir trotz der frühen Morgenstunde von einer zahlreichen Menschenmenge jubelnd empfangen und mit Brot u Cafè bewirthet wurden, welches uns nach dieser unanegnehmen nächtlichen Fahrt sehr gut zu statten kam. - Hier auf dem Bahnhofe war Kaiser Napoleon auf einem großen Tableau in Lebensgröße mit der bekannten Mitraillense (Kugelspritze) als Orgeldreher dargestellt, welches allgemeine Heiterkeit hervorrief. - Etwa um 6 Uhr paßirten wir die von Deutz nach Cöln führende coloßale Rheinbrücke. Mit lautem, nicht enden wollendem Jubel wurde der alte Vater Rhein, nach dem Napoleon III mit neidischen Blicken so manches Mal von Paris herüberschaut, - und wo derselbe, (um mit dem, in diesem Feldzuge so berühmt gewordenen Kutschke zu reden), in Gedanekn herumkrauchte und eine natürliche Grenze zwischen Deutschland u. Frankreich zu erblicken, vorgab, - begrüßt! An dieser Stelle entragen sich unwillkührlich aus Aller Brust die schönen Lieder: "Die Wacht am Rhein", "Sie sollen ihn nicht haben", und "Am Rhein am Rhein, da wachsen unsre Reben!" u.d.m. - Es war ein feierlicher, tief ergreifender Moment, ich werde ihn nie vergeßen!"

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