Revolution 1848 in Frankfurt am Main

Brief vom 25. September 1848


"...wo er am Nachmittag mit ihnen auf die Pfingstweide gegangen war, wo bey einer großen Volksversammlung Reden gehalten wurden die schauderhaft waren u. gleich voraus zu sehen, daß darauf der Pöbel eingehe u. Unruhe anstiften werde."


Brief vom 2. Oktober 1848

"Am Montag früh hörte man sehr bald, daß der Andrang vom Pöbel beim Eingang in die Paulskirche so groß sey daß das Militair welches diese besezt hielt sie nicht würde beschüzen können ohne militairische Gewalt anzuwenden, u somit ging der Trödel los, das Volk strömte sogleich in die Straßen die am belebtesten waren, u. errichteten Barricaden [...] Man hatte gefürchtet das Volk würde plündern, dem war aber nicht so, sie hatten selbst an alle geschloßenen Läden mit Kreide angeschrieben: Heilig ist das Eigenthum od: Tod. Die Eisenbahn brachte sehr schnell von allen Seiten Militair herbey so daß in kurzen 6erley deßelben in Frankfurt war, was recht interessant zu sehen war. Gegen Abend wurde Waffenstillstand, allein in der 10 Stunde ging das Kartätschen Feuer los, wo einem doch anfing sehr bang zu werden, es verstummte aber sehr bald, denn nun mußte das Volk der Uebermacht weichen. Am Dienstag war es dann soweit wieder ruhig, so daß ich mit Eduard vom Vormittag aus ging nur den Ueberrest, der Barricaden angesehen, so wie auch das auf den Straßen campirende Militair, was dir gewiß recht interessant zu sehen gewesen wäre, es war zieml. kalt, u. so saßen sie um die Wachtfeuer herum u. lagen auf der Straße auf ihren Ränzele u. Stroh die Oestereicher sangen recht schön böhmisch was gut klang. Viele der Häuser unter anderen die schöne Löwen Apotheke, waren tüchtig zerschoßen. Wir wollten am Nachmittag mit Eliese welche bey uns geblieben war heraus zu den Eltern in Garten gehen, die Soldaten wollten uns auch zu de gesperrten Thoren heraus laßen erklärten uns aber herein könnten wir nicht wieder, ohne eine Charta vom Obersten, E. wollte sie haben bekam aber zu der Zeit wo wir dieselbe gebrauchen konnten keine, u. so mußten wir in der Stadt bleiben. Den anderen Tag am Mitwoch war wieder an den Thoren alles offen aber sehr stark besezt."


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