Tagebucheintrag über Armut und wirtschaftliche Not in den 1920er Jahren

"Mein Tagebüchlein wird arg vernachlässigt. Die Tage gehen so schnell vorüber. Das Leben verfliegt nur ohne daß ich es recht gelebt habe. Der Kleinkram des Tages macht mich müde und raubt mir meine schönsten Stunden. Wir führen doch ein ganz elendes Leben! Nur immer entbehren, entbehren! Mich hat das Leben enttäuscht. Es hat mir nicht gehalten, was es versprochen. - Immer nur rechnen und einschränken! Nie nach Geschmack und Neigung sein Leben gestalten können. Ich will's ja nun zu Ende tragen; wenn es nur die Kinder einmal besser hätten. Der famose Finanzminister von Schlieben hat wieder einmal eine Erhöhung der Gehälter abgelehnt. Das Volk muß entbehren und derben. Diese ewige Not ist qualvoll. -"




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