In einem Brief vom 9. April 1932 (Poststempel: 11. April 1932) berichtet ein junges Fräulein von einer Begegnung mit der UFA-Schauspielerin Renate Müller.
Wir sind sehr froh, knapp elf sogenannte "Hungerbriefe" in unserem Archiv lagern zu dürfen. In den Jahren 1932 und 1933 gab es in Russland eine große Hungersnot. Den Briefen liegt ein Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1991 bei, der Informationen aus der Empfängerfamilie der Hungerbriefe enthält. Die Familie pflegte damals Kontakt zu einer wolgadeutschen Familie, dessen Familienoberhaupt im 1. Weltkrieg kämpfte und in deutscher Kriegsgefangenschaft Arbeit auf einem Bauernhof geleistet hat. Ein Dorflehrer aus der Gegend von Itzehoe hat eine Organisation für die Russlandhilfe gegründet und war Empfänger der uns vorliegenden "Hungerbriefe". Der Inhalt dieser Briefe ist hochinteressant, einerseits wegen des Inhalts, andererseits, weil der Absender die Worte und Sätze so geschrieben hat, wie er sie auch selbst gesprochen hat. Der in Hussenbach lebende Russlanddeutsche hat ab 1934 nicht mehr geschrieben. Zuletzt berichtet er, dass seine Mutter den Hungertod gestorben sei und er für seinen Vater keine Hoffnung mehr hat, er jedoch hofft, dass seine vier Kinder die Hungersnot überleben würden. Hier möchten wir Ihnen zwei Ausschnitte aus zwei dieser Briefe aus dem Jahr 1933 vorstellen.
Brief vom 27. Juni 1935 aus Olching bei München. Wir sind uns sehr sicher, dass es sich um den Emfpänger des Briefes um eine Art Heiratsschwindler gehandelt haben muss. In unserem Archiv befindet sich ein Stapel Briefe von vielen unterschiedlichen jungen Frauen aus den 30er Jahren, die er oftmals parallel angeschrieben hat. Der Empfänger des folgenden Textes hat offenbar verstärkt über Zeitungsanzeigen versucht, junge Damen kennenzulernen. Stets kommt er direkt auf das Thema Heirat zu sprechen und betont immer wieder, dass die jungen Frauen viel Geld mitbringen müssen, weil seine Eltern sonst gegen die Heirat sind. Wenn die Frauen zögern oder seinen Forderungen nicht nachkommen, lässt er diese links liegen. Wir sind froh darüber, auch einige Durchchläge seiner Briefe zu besitzen. Der junge Mann hat seine Texte oft mit Schreibmaschine geschrieben. Der folgende Text stammt von einer jungen Frau, die er offenbar gut gekannt hat. Es handelt sich scheinbar um eine Art Jugendliebe. Beide Personen wohnten in der Selben Ortschaft. In zahlreichen Briefen geht es zwischen den beiden Personen immer wieder hin und her, während die Verfasserin des folgenden Textes das Thema Heirat gerne langsam angehen möchte, übt der Empfänger des Textes viel Druck auf sie auf. In einen dieser Briefe kommt das Fräulein auf den Film "Ich bei Tag und Du bei Nacht" aus dem Jahr 1932 zu sprechen. Ein Wort, das wir nicht entziffern konnten, haben wir mit einem (?) gekennzeichnet.