Feldpost-Archive & Sammlungen

  • Feldpostbriefe gehören zu den wichtigen Zeitzeugnissen, um den Kriegsalltag vergangener Jahrhunderte auch heute noch nachzeichnen zu können. Es gibt einige Archive, die solche spezialisierte Sammlungen sammeln. Dazu kommen natürlich unzählige kleine und große Privatsammlungen und noch viel mehr Familienarchive mit Feldpostbriefen in Schränken und Schubladen.


    Auf dieser Seite findet man eine Liste mit bekannten Sammlungen, jedoch ist diese Liste schon einige Jahre alt und man könnte sie nicht nur aktualisieren, sondern sicher noch sehr erweitern: http://www.feldpost-archiv.de/06-x-archive.shtml


    Unser Archiv umfasst auch sehr viel Material zu dem Thema. Die Kriege 1866 und 1870/71 gehören dabei zu den Bereichen, die wir besonders ins Auge fassen. Aber natürlich auch die beiden Weltkriege, allein schon deshalb, weil man aus der Zeit unmengen an Material bekommt.

  • Ja wobei man hier auch immer mit Bedacht ran gehen muss. Es gibt viele Gründe, wieso Soldaten Dinge nicht berichten (was ja logisch ist) und nicht berichten dürfen.


    In beiden Weltkriegen gabs eine Zensur in der eigenen Feldpost, man wollte verhindern, dass kriegswichtige Geheimnisse nicht weitergegeben wurden, dass man die Gesamtstimmung nicht trübt und allgemein prüfen wie die Stimmung bei den Soldaten ist.


    Besonders traurig finde ich, dass es von Stalingrad-Soldaten, die keine Hoffnung mehr hatten, Abschiedsbriefe an ihre Frauen existieren, die abgefangen wurden und nun in Archiven liegen. Die Frauen haben die Briefe nie erhalten ;(


    Ansonsten kann man scih vorstellen, dass man allzu schlimme Kriegsschilderungen seiner Mutter oder seiner Frau eher nicht geschildert hat, dafür findet man sowas eher mal in Briefen an Freunde, Väter, Brüder oder Kriegskameraden.


    Wenn man aber weiss an wen und unter welchen Umständen Briefe geschickt wurden, kann man sich schon denken, wo sich der Autor eher zurück gehalten hat und wo nicht. Und erstaunlich ist es unterm Strich dennoch immer wieder, welch interessante Informationen in diesen Briefen zu finden sind. Gerade die individuellen Erlebnisse finde ich spannend, die zeigen, dass alles immer individuelle Gegebenheiten sind und es X Blickwinkel gibt. Jeder erlebt etwas anders, nämlich aus seiner Sichtweise. Und das ist so spannend, in diese individuellen Erlebniswelten ein wenig eintauchen zu können.


    Umso älter die Briefe sind, umso spannender ist es.


    Es existiert ja sogar ein Tagebuch eines Soldaten aus dem 30jährigen Krieg. Mit privaten Eindrücken. Dazu mach ich mal ein eigenes Thema auf bei Gelegenheit.

  • Quote

    Besonders traurig finde ich, dass es von Stalingrad-Soldaten, die keine Hoffnung mehr hatten, Abschiedsbriefe an ihre Frauen existieren, die abgefangen wurden und nun in Archiven liegen. Die Frauen haben die Briefe nie erhalten ;(


    Wow, das ist ja echt traurig!


    Natürlich wurde nicht alles geschrieben, aus verschiedenen Gründen. Dennoch ist es sicher authentischer wie z.B. die Propaganda eines Herrn Göbbels im 2. Weltkrieg.

  • Ja bzw. authentischer als jede Propaganda aller Seiten. Und man kommt den Menschen näher als es trockene Geschichtsbücher tun, wo es nur um Daten und Zahlen geht. Wobei es sicher auch viele Werke gibt, die sich bemühen eben solche individuellen Erlebnisse mit einfließen zu lassen, um dem Thema besser gerecht zu werden. Und da spielen eben solche Zeitzeugnisse mit rein.