Kommunisten im Nationalsozialismus

Texte aus den Jahren
1975 - 1979


Zu diesem Thema lagert 1 Tagebuch aus dieser Zeit in unserem Archiv.


Eintrag in ein Erinnerungsbuch im Jahr 1976

Ein alter Rot-Front-Kämpfer aus Berlin schreibt für einen Genossen seine Lebenserinnerungen nieder und schilder darin sein Martyrium, das er als Kind von kommunistischen Eltern während des Nationalsozialismus erleiden musste. Begonnen hat das direkt nach der Machtergreifung im Februar 1933, in einer Zeit die von den Nationalsozialisten als "Nationale Revolution" bezeichnet wurde.
"Wenn man als Alt-Genosse feststellen muß, das in allen Stadtteilen West-Berlins ehemalige Nazis wieder in der Lage sind sich öffentlich breit zu machen, dann stellt man sich die Frage, wie es heute überhaupt möglich ist, das diese Nazi-Mörder wieder arbeiten können. Hat denn die Welt vergessen, das diese Menschen daran schuld sind, das Millionen Menschen sterben mußten!!! Hat man Vergessen! Das ein Blutbad nach dem anderen geschehen ist!!! Hat man Vergessen das diese Nazis Mörder sind!!! Hat man Vergessen das wir ein geteiltes Deutschland haben!!! usw. [...]
Am 3. Februar 1933 21 Uhr sagte mein Vater komm Junge gehen wir nach Hause Mutter wartet. Das Essen stand auf den Tisch und Mutter sagte noch was ist auf der Strasse los! Als mein Vater still am Tisch saß und über die Ereignisse nachdachte hörten wir auf der Treppe das gepolter von Stiefeln. Da sagte Vater! Mutter! Jetzt holen Sie mich und nun sei bitte stark. Da waren sie auch schon da mit einem lauten Donnern an der Tür und vorderten auf zu öffnen. Vater stand ruhig und gefaßt auf und öffnete die Tür. Da stürmten sie herein mit gezückten Pistolen in unsere Wohnung mit dem lauten Heil-Hitler Gruß Da wußte Mutter auch was los war. Auch meine Mutter sagte nicht mehr sondern stand mir an meiner Seite damit ich eventuell davon komme.
So wurden wir in der Nacht vom 3. zum 4. Februar 1933 verhaftet. Ich selber war noch Kind aber dieses Bild der brutalen Mörder werde ich nie vergessen und wird mich ewig verfolgen und vielleicht manch einen zu denken geben.
Nun wurde mir in der Gestapo Stelle zur Dirksenstr gebracht. Diese Keller waren voll von anderen Genossen und Genossinen.
Drei Tage waren wir dort unten und kaum etwas zu Essen, aber grelle Scheinwerfer überfluteten die Kellerräume. Nach diesen 3 Tagen wurden meine Eltern geholt. Zunächst durfte ich nicht mit Könnt ihr Euch die Angst eines Kindes vorstellen? So blickten nun Frauen und Weinende Kinder zur Tür, mit den Stummen Blick wer ist der Nächste.
 Nach 4 Stunden zerte man mich mit Gewald aus den Keller und wurde auf Zimmer 309 gebracht. Dann stellte man mir die Frage ob ich meine Eltern liebe. Auf mein klares ja, wurde mir gesagt ich möchte dort bestimmt meine Eltern wieder haben und werde darum auch die Wahrheit sagen. Und dann kamen die Fragen. Ob auch ich ein Kommnuist sei. Natürlich konnte ich doch nur mit Ja Antworten. Dann sagte man mir, wir müssen Dir wohl zeigen wie es einem Roten-Schwein geht der unseren Führer nicht Anerkennen will. Nun kam ich in ein anderes Zimmer
Dort stand Vater und Mutter Blut überströmt und Nackt an der Wand und sagten kein Wort. Nur Mutter schrie einmal auf wie Sie mich sah und brach dann zusammen.
Man zerte Sie mit gewalt wieder Hoch und sagte nur wollt Ihr Reden oder ihr erkennt Euren Junge gleich nicht wieder. Eiserne Stille im Raum.
 Jetzt, sagte man mir ich solle mich Ausziehen, als ich das nicht konnte wurde mir die Kleider vom Leibe gerissen und dann wurde ich am Tisch festgebunden. Nun zu meinen Eltern zurück.
Na, ihr Roten Schweine solen wir mit den jungen das selbe tun und schon hatte ich den ersten Schlag, Fallen konnte ich nicht den ich war fest angebunden. Wie dann alles weiter ging kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch das ich zu meinen Eltern sagte denkt daran, was Teddi uns sagte. Als ich wieder zu mir kam lag auch ich Blutend im Keller und andere genossen kümmerten sich um mich.

Meine Eltern sah ich nie wieder.

In diesem Keller mußte ich 4 Wochen liegen. Dann wurde ich von 2 SS Offizieren geholt und wurde in eine Nationale Erziehungsanstalt gebracht. Dort sollte ich von den Irrlehren meine Eltern geheilt werden. Wie das von Statten ging könnt ihr Euch ja denken und vorstellen nach den Vorspiel in der Dirkserstr. Zunächst kam ich erstmal wochenlang in eine Einzel Zelle, mit Büchern von Hitler und anderen Konsorten. Von den Prügeln die ich bekam brauch man wohl nicht mehr zu Reden, denn die gehörten zur Tagesordnung.
Nach einigen Monaten wurde ich zu anderen gebracht und zwar zu einem Transport nach Ostpreußen in eine andere Anstalt. Hier gelang mir meine Flucht.



Flucht

Meine Flucht hat mehrere Monate gedauert ehe ich wieder in Berlin war. Ales zu Fuß und meistens Nachts, aber auch das schaffte ich. In Berlin konnte ich bei Genossen untertauchen wo ich erstmal versteckt wurde und wo man mich wieder gesund Pflegte. Nach meiner Genesung wurde ich dann zum Illegalen Kampf ausgebildet. Nun begann eine Schulung die wirklich nicht einfach war, aber es mußte sein. Wie ging damals die Schulug von Statten. Man wurde für den Kampf ausgebildet was damals dringend nötig war. Denn die Nazis gaben keine Ruhe und hatten ihre Spione überall um uns Vernichten zu können.
Daher auch immer wieder die Frage lohnt sich der Kampf unter den damaligen Verhältnissen. Ich selber und viele andere Genossen haben uns für Kampf enschieden. Wir haben nicht aufgegeben wie man behauptet.

Der Illegale Kampf

Zunächst waren wir dafür uns an die Jugend heran zu machen. Denn auch die waren nicht mit allen Einverstanden und was man von Ihnen verlangte. So hat man zum Beispiel verlangt sie solltena uch zu Hause immer Uniform tragen, denn da durften sie von den Eltern nicht geschalgen wrden weil sie dann die Uniform des Führers angegriffen haben. Die sollten die Kinder sofort melden und dann waren die Eltern weg.

Also war es eine der Aufgaben uns an die Jugend heran zu machen und zu Erfüllen hatten. Leider blieb ein Verrat nicht aus und wieder kamen neue Verhaftungen dabei. So wurden Sparvereine gegründet. Aber immer mit dem Ziel weiter Arbeiten zu könen unser Geld für den Kampf zu verwenden. Wir mieteten Keller und alte Trödelsachen um dort unsere Arbeit durch zu Führen. Wir suchten jedoch Gelegenhetit um zusammen kommen zu können. Und es fanden immer wieder neue Gründe dazu um unser Zusammensein zu Ermöglichen. Ja, wir bildeten sogar eine eigene SA um so an die Nazis heran zu kommen. Also mein Jung Genosse ihr seht wir haben den Kampf nicht aufgegeben.

Dieses Thema steht im Zusammenhang mit den Themen:  
20. Juli 1944 (1975-1979), 
20. Juli 1944 (1939-1945), Diskriminierung (1939-1945), Diskriminierung (1933-1938), Adolf Hitler (1939-1945), Adolf Hitler (1933-1938), Adolf Hitler (1929-1932), Politik (1929-1932)