Stalingrad

1939 - 1945


Anmerkung: Weitere Zitate zum Thema Russland bzw. Russlandfeldzug finden Sie in dieser Rubrik.

Brief vom 27. Dezember 1943 aus Trier
Ein Soldat schreibt seiner Frau. Drei Worte, die wir nicht richtig entziffern konnten, haben wir mit einem (?) gekennzeichnet. Einen Nachnamen haben wir zweimal abgekürzt.
"Mir gegenüber sitzt ein Kamerad u. zeichnet. Ich weiß, er wär arg gern an Weihnachten nachhaus gefahren. Auch keiner von den Jüngsten mehr, Jahrgang 1906. Er heißt K. Voriges Jahr hat er Weihnachten in Stalingrad gefeiert. Am 14. Januar ist er mit dem Flugzeug herausgekommen. Er hat vor ein paar Tagen davon erzählt. Bis in den November hinein hatten täglich nur 2 Mann zusammen einen Leib Brot bekommen. Und dann waren die Truppen drinnen eingeschlossen worden. Man hat es ihnen bekannt gegeben u. gesagt sie sollten deswegen nicht den Kopf verlieren. Es sei schon eine Armee unterwegs, die den Kessel von außen wieder sprengen sollte. Aber sie sehen es wohl ein, daß die Verpflegung jetzt knapper werden müßte. Man wollt auch Einsparungen für Weihnachten machen. So haben eben mit einem Schlag immer noch 14 Mann zusammen ein Brot (3 Pfund) bekommen n. dazu gab es noch eine Hand voll gekochtes u. durchgedrehtes Pferdefleisch. Das war die Essensration für den ganzen Tag. Aber die Kampfhandlung waren gering. Es hat hin und wieder da eine Granate in der Nähe eingeschlagen. Aber das hat man nicht für tragisch genommen. Und dann kam der Heilige Abend. Da haben sie wirklich für jeden eine Rolle Drops und eine Schachtel Zigaretten gehabt. Das war alles der Hauptmann ist von Bunker zu Bunker gegangen u. hat sich eine Tischdecke u. ein kleines Weihnachtsbände (?) mitgebracht u. damit hat man dann die Bescherung so schön als möglich hergerichtet. Aber man hat natürlich doch überall die ganze Armseligkeit durchgemacht. Nach Neujahr hat er, K., sich nicht wohl gefühlt. Da wollte er nur einmal einen Tag dienstfrei machen um sich zu erholen u. dann wieder weitermachen. Aber da hat sich der Sproß (?) stur gezeigt u. gesagt, das gibt es nicht. Entweder er wird vom Arzt krank geschrieben oder er macht Dienst. Und das war sein Glück. Denn jetzt sagt er sich, wenn das so ist, dann geh ich jetzt eben zum Arzt. Er hätte es sonst nicht getan. Denn gefehlt hat ja in Wirklichkeit jeden was. Und der Arzt hat festgestellt, er sei virenkrank u. nun kam er in einen besonderen Bunker u. von dort wurde er mit dem Flugzeug hinaus transportiert. Nach 2 ½ stündiger Flugzeit kam er auf einen Hauptverbandsplatz an. Da wurden die, die von Stalingrad kamen besonders genommen und es wurden jedem 2 Leibe Brot unter den Arm gedrückt. Die hat er an dem Abend noch aufgegessen. Und dann bekamen sie erst ihre richtige Verpflegung. Am anderen Morgen hörte er dann, die Russen hätten 35 km vom Verbandsplatz entfernt einen Panzerangriff gemacht. Da ist ihm erst klar geworden, daß die Russen sich naidlich (?) dick um Staligrad herumgelegt haben mußten u. nun froh er sein muß, daß er aus dem Kessel herausgekommen war."
Brief vom 28. Oktober 1942 nach Mülhausen
Ein Soldat schreibt seiner Familie.
"Wihr junge Elsäßer haben ein harter Schädel. Nur keine Angst um uns. Wihr werden alle siegreich mit Loorbeergeschmückt wieder in die Heimat zurück kehren. Ja es ist sehr bedauerlich daß unsere Jungens in der Batsche sitzen. Nur den Kopf nicht verlieren. Immer gute Hoffnung. Keine Angst. Es braucht alles seine Zeit. Antoine wird auch wieder zurück komme. Wihr haben alle gute Schutzengeln. Muttergottes Mantel ist groß. Jede Kugel ist nicht gegosen zum Treffen. Also bon evmage et espoir."
Brief vom 27. Februar 1942 nach Mülhausen
Ein Soldat schtreibt seiner Familie.
"Hoffe dass Ihr auch getrauert haben wegen Stalingrad – man hat zu mir gesagt... Stalingrad muss und wird fallen! .. Und nun was sagt man zu dieser Einberufung im Elsass? Es wird warscheinlich eine gute Stimmung sein gel? doch dies ist ein gutes Zeichen für den Endsieg.-"
Brief vom 12. Februar 1941 aus München
Eine Frau schreibt einen Brief  an einen Gefreiten.
"Willy hat noch großes Schwein gehabt, daß er nicht mehr dabei war bei Stalingrad."