Sehnsucht

Texte aus den Jahren
1939 - 1945


Zu diesem Thema lagern zahlreiche Briefe aus dieser Zeit in unserem Archiv.


Brief vom 20. Oktober 1941 aus Hamburg
Ein junges Fräulein schreibt ihren Freund, der in Frankreich stationiert ist, einen Brief. Dieser Brief ist ein wertvolles Zeugnis vom Kriegsalltag in Hamburg in diesen Jahren, aber auch von den Sehnsüchten, die Millionen Menschen in ganz Europa plagten. Weitere Schilderungen über die Erlebnisse während der Bombenangriffe finden Sie in der Rubrik Bombenterror (1939-1945).

"Wir erwarten in Kürze... keine Sondermeldung, sondern den Tommy! denn das Radio ist schon abgestellt und draussen ein wunderbares sternenklares Wetterchen. Und dabei bin ich doch soo müde, denn ich habe letzte Nacht wenig geschlafen. Es kommt wohl vom Konzert und weil ich so sehr lieb an Dich denken musste. In den paar Stunden Schlaf hab ich ja sooo lieb von Dir geträumt... Es heult! später mehr. Tüschi Immer Dein Hase
[Rückseite:] Im Keller. Siehst du, jetzt sitzen wir im Keller und draussen brummen die Flugzeuge. Unsere Flak ballert gewaltig und treibt sie zurück. Aber von meinem schönen Traum muss ich Dir noch erzählen, es war zu schön! Du warst hier und beide „Hasens“ waren glücklich. Es war ein herrliches Wetter und wir segelten irgendwo auf der schönen Welt. Du, ich hab ja da soo viele Küssleins von Dir bekommen und wir haben uns sehr, sehr lieb gehabt! - - - - Bald. Nur das Erwachen war weniger schön und riss mich in die rauhe Wirklichkeit zurück..... Aber trotz allem, wenn es auch nur ein Traum war, es war so wunderschön.
So und jetzt will ich schliessen, werd bis zur Entwarnung noch am Pulli stricken, damit er recht bald startbereit ist. Gute Nacht, mein Muli schlaf schön und ein liebes Küsslein von Deinem Hasen der Dich ja soo furchtbar lieb hat.
"

Dieses Thema steht im Zusammenhang mit den Themen:  Gedichte (1939-1945)