Erwin Rommel

Texte aus den Jahren
1939 - 1945


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Briefe vom 12. und 17.10.1944 aus Litzmannstadt / Lodz
12.10.1944: Ein deutscher Soldat schreibt seiner Familie einen Brief.
"Ich bin in Sorge um Euch, weil scheints wieder größere Angriffe waren auf Stuttg. u. Umgebung. Hoffentl. seid Ihr alle wohl auf. Müsst Ihr Euch auch zum Einsatz melden? Warum hat man das nicht schon bälder gemacht, es wäre doch leichter gewesen, solange die Amerikaner noch in Frankreich standen, sie von den Grenzen abzuhalten. Aber, wir sehen ja nicht hinein in die Sache sondern nur die Bruchteile. Jedenfalls sollten wir unseren Rommel noch haben. Das war eben der geborene Feldherr. Nicht daß ich jemand von der Führung abruch tun möchte, es tut jeder, was er nur vermag, aber Rommel war eben ein ganz besonders begabter Heerführer. Aber unser Herrgott will uns zeigen, daß es auch ohne Rommel gehen kann u. muß u. daß er letzten Endes der Lenker der Schlachten ist. Und ich bin trotz Allem überzeugt, daß uns doch noch ein ein annehmbarer Frieden beschieden ist.
Was mich anbelangt, bin ich beim Volkssturm. Einmal helfe ich da, dann dort, wo es eben sein muß. Der Gärtnersfrau habe ich 5 Stund Holländer abgezupft. Ich habe eine schöne Gurke bekommen u. möchte sie Euch schicken."
17.10.1944: Ein deutscher Soldat schreibt seiner Familie einen Brief.

"Als ich die Nachricht über Marschall Rommel laß war ich erschüttert. Er war der erste schwäbische Brilliantenträger; jetzt gibt’s noch Hartmann + Schnaufer als Schwaben.
Sonst hofft man daß mit Ende November die Allierten im Westen in irgend einer Form eine Schlappe erleiden u. dann geht’s in den Osten um hier eine Wendung herbeizuführen. Denn es muß mal einen Rucker tun. Sobald man das Radio einschaltet hört man vom Westen von Einflügen."