Gedichte


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Gedicht einer jungen Frau
Das Gedicht liegt uns als Schreibmaschinen-Text vor. Im Internet konnten wir das Gedicht noch nicht ausfindig machen, sodass die Verfasserin es wohl nur für sich und ggf. ihr Umfeld geschrieben hat, in einer Zeit in der sich der 2. Weltkrieg immer mehr zugespitzt hat. Datiert ist es mit dem 31. Juli 1944 und wurde von einer Frau Jürgens verfasst.


Stimme der Nacht

Weine nicht, Mutter, so sehr,
daß nun mein Leben verrann,
daß mir die Heimkehr zu dir
nie mehr beschieden sein kann -
Schön ist der Kampf vor dem Feinde,
gut nach dem Siege die Ruh,
siehe, ich tat meine Pflicht nur,
Heldin, o Mutter, sei du!

Klage das Schicksal nicht an;
das mich gefordert so jung,
freue dich, daß ich mich hingab
edlem, begeisterten Schwung;
daß nicht die Schuld noch die Reue
trübte den strahlenden Schild,
daß nun die Blüte des Frühlings
kränzt der Erinnerung Bild.

Dank sei dir, Mutter, die einst
mir so glückliche Jugend geschenkt,
Dank deiner gütigen Hand,
die mein Suchen und Sehnen gelenkt,
Stufe um Stufe geleitet
das Kind und den Jüngling hinan,
bis nun der Tod auf dem Felde
der Ehre ihn reifte zum Mann.