Gasmasken

Texte aus den Jahren
1939 - 1945


Zu diesem Thema lagern zahlreiche Briefe aus dieser Zeit in unserem Archiv.


Brief vom 7. September 1944 aus Kaufbeuren
Eine junge Frau schreibt ihren Mann einen Brief und beschreibt darin, wie sie gerade an Gasmasken-Übungen teilnimmt. Die begabte Frau illustriert den Brief mit passenden Zeichnungen. 



"Heute ist also der große Tag der Gasmasken. Eine halbe Stunde haben wir sie schon auf, nun müssen wir es noch 1 1/2 Std. aushalten. Das drückt ganz schön auf dem Kopf. Arbeiten kann man dabei natürlich nicht, aber Herr Noack hat festgestellt, daß man dabei Briefe schreiben kann, und darauf habe ich ja nur gewartet. Komisch ist es, mit der Maske zu zeichnen. Zu allem Unglück ist auch noch der Kapitän im Haus und kommt durch die Gruppen. [...] So sehe ich mit der Maske aus. Würdest Du mich erkennen?
Du, ich bin aber heilfroh, wenn die 2 Stunden rum sind. Das drückt ja mächtig auf dem Kopf. Ich hatte noch nie Kopfschmerzen, aber nachher hab ich bestimmt welche, es fängt schon an. Der Kapitän war inzwischen auch drin. Das Schöne ist, man kann eine Grimasse schneiden und er sieht es nicht! [...] Wenn du mich beim schreiben sehen würdest, würdest Du Dich wahrscheinlich kranklachen. Es muß zu komisch aussehen. Noch eine halbe Stunde müssen wir es aushalten. Ausgerechnet jetzt juckt natürlich andauernd die Nase!! [...] Wenn Du nur wieder bei mir wärst, ich würde sonst etwas drum geben. Ich hab Dich so lieb. Bitte schreib mir gleich wieder, ja? Für heut viele herzliche Grüsse und liebe Küsse Deine Gerdie Ich hab solche Sehnsucht nach Dir."

Dieses Thema steht im Zusammenhang mit den Themen: Totaler Krieg (1939-1945)