Adolf Hitler

Texte aus den Jahren
1933 - 1938


Brief vom 26. März 1936 aus Mannheim

Eine junge Frau schreibt ihrer Freundin einen langen Brief. 

"Zu Deinem Geburtstage meinen allerherzlichsten Glückwunsch. Ich wünsche Dir so viel Glück und so viel Frieden wie mir irgend möglich ist. Mein Gott nun ist schon wieder ein Jahr vorüber, ja man wird immer älter. Dieses Jahr werde ich nun zum ersten Mal wählen, du hast wohl schon einmal gewählt bei der letzten Wahl 1934? Ich bin gespannt wie es am Samstag ausgeht. Gestern war Hitler in Ludwigshafen es war einfach fabelhaft, ich kann Dir sagen Menschenmassen waren da so etwas habe ich noch nicht gesehen, 200 000 Menschen waren auf dem Platz wo er Sprach, und was sonst noch so auf den Straßen herumstand waren schon allein tausende von Menschen. Ich habe ihn leider nur ganz kurz gesehen ich konnte aber sehen daß er sehr blaß und schlecht aussah. Meine Mutter hat ihn zweimal ganz nahe gesehen, wo er hinsah glaubten alle Leute er hätte nur sie angesehen, so zwingend und durchbohrend sei sein Blick. Die Leute waren wie verrückt ein 12 jähriges BDM Mädel stürzte sich gerade an der Stelle wo meine Mutter stand auf einmal auf das Auto noch ehe die SA es verhindern konnte war sie durch die Kette der Männer durch das Auto musste natürlich sofort halten sonst wär sie glatt überfahren worden, der Führer hob sie dann zu sich hoch und streichelte sie! Das sei derart rührend gewesen, kaum fuhr das Auto nen Stück weiter, machte nen kleiner Junge dasselbe, und auf einmal wollten alle Kinder zum Führer rennen. Mutter sagt die SA hatte Mühe gehabt die Kinder zu halten, ein kleines Mädel hätte mit den Füßen auf die SA losgetrommelt so verrückt waren auf einmal die Kinder. Es geht aber auch etwas derart faszinierendes von diesem Mann aus, das ist direkt unheimlich. Wir sollten jeden Tag Gott danken daß wir so einen Mann haben, so lange der die Führung Deutschlands hat brauchen wir hoffentlich keine Angst zu haben. Ach und wie er wieder gesprochen hat, das kann einem durch Mark und Bein gehen, hast du die letzte Rede aus Karlsruhe auch gehört die war auch so fabelhaft. Hoffentlich sind die Leute vernünftig an der Wahl, ich meine in dem Fall, wo es außenpolitisch so sehr wichtig ist wie wir jetzt dastehen sollten die Leute mal ihren persönlichen Kram etwas hinten anstellen und etwas mehr die große Linie verfolgen. Aber viele die bleiben zu sehr an den Unterführern hängen und vergessen die Idee, ich meine wenn die sich auch zum teil so sehr aufblasen, da lacht man darüber und seht drüber weg, denn was sind sie denn gegen Hitler! Wir ist denn eigentlich die Stimmung in Staufen? Du mußt mir unbedingt das Wahlergebnis vom dort schreiben."
 

Tagebucheintrag vom 14. September 1935 aus Nürnberg
Ein Hitlerjunge wird im Rahmen der "Reichsparteitage" in Nürnberg Zeuge einer berühmt gewordenen Rede Adolf Hitlers. Der Text zeigt deutlich, wie das damalige Denken der jungen Menschen war und wie sie auf "ihren Führer" reagierten.
"Ich sehe den Führer!

[...]Sämtliche Plätze in der großen Runde waren angefüllt von Hitlermädels und Hitlerjungens. Wir kamen sofort an die Bahn zu stehen, doch ziemlich weit von der Tribüne. Hatten wir solches Pech! Sollten wir nur aus großer Ferne unseren Führer sehen können? Lange dauerte es bis der Führer kam. Wir hatten uns hingesetzt und warteten und guckten. Der ganze Kreis war von Fahnen umsäumt. Hinter uns standen in zwei riesigen Säulen die Bann und Jungbannfahnen ganz Deutschlands, dazwischen der Sprechchor. In den einzelnen Gängen zwischen den Bannblocks eilten Geschäftig die Kameraleute und Filmoperateure umher. Alles wartete gespannt. Große Lautsprecher kündeten schließlich die Ankunft Hitlers an. "Achtung, alles stillgestanden!" Heilrufen ertönte am Eingang. Wir reckten die Hälse um "ihn" zu sehen. Nur einen kurzen Augenblick lang tauchte er zwischen den Armen der Heilrufenden auf. Wir standen alle wie Bildsäulen in "Stillgestanden". Jetzt erreichte er die Tribüne. Immer noch jubelte das Volk ihm zu. Allmählich erst verhallte das Heilrufen und, nachdem man sich begrüßt hatte, trat Baldur von Schirach vor und meldete dem Führer. Aller Augen waren auf die Tribüne gerichtet. Man erkannte vorne Adolf Hitler mit Baldur von Schirach. [...] Vor lauter Recken, sehen und Staunen hatte man es kaum gehört. Mehrmals begann jetzt Adolf Hitler zu sprechen, aber immer wurden seine Worte von dem Jubel 1000er von Jungens und Mädels übertönt. "Der deutsche Junge soll sein hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie Windhunde." Dieser eine Satz liegt mir ganz besonders noch in Erinnerung und ich werde ihn nie vergessen.
Schon hatte er geendet. Viel zu schnell gings. Rasender Beifall folgte seinem letzten Wort.
Sollte das alles sein? Sollten wir unseren Führer nicht näher sehen? Wir waren etwas enttäuscht! Da! Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen. "Alles stillgestanden! Unser Führer schreitet die einzelnen Marschblocks ab!"
Ich stand ganz vorne in erster Reihe. Erwartungsvoll warteten alle. Schon tauchte er in der Reihe vor uns auf. Fotographen liefen eilige hin und her. Jede Minute mußte er am Anfang unseres Blocks auftauchen. Jetzt! Der große Augenblick war gekommen. Langsam ging er von der ersten Reihe vorbei. Jeden einzeln blickte er kurz an. Hinter ihm kamen Rudolf Hess, Goebbels, Goering und mehrere anderen. Aber nur den Führer sah man alles anderen bemerkte man kaum. Immer näher kam er auf mich zu. Jetzt meldete mein Nebenmann, ein Bannführer. Die Tränen standen ihm in den Augen. Ein kurzes Lächeln flog über des Führers Gesicht. Er gab ihm die Hand und dankte ihm. Jetzt stand er vor mir. Einen Augenblick sah er mir in die Augen. Dann ging er schon vorüber. Diesen Augenblick werde ich nie vergessen. Kaum ein Meter vor mit stand er. Lange starrte ich ihm nach, alles um mich vergessend. Noch einmal fuhr er nachher dicht an mir vorbei. Aufrecht stand er im Wagen und grüßte. Noch halb im Taumel verließ ich, fast fortgeschoben das Stadion.
Diese Stunde wird wohl das schönste Erlebnis meiner Jugend bleiben. Ich werde nie vergessen, wie mein Führer an mir vorbeiging und denke noch oft, wie wohl viele andere die das Glück hatten, einmal so nahe ihren Führer zu sehen, an diesen Augenblick zurück.

Brief aus den 30er Jahren
Eine junge Frau schreibt einer Freundin. Leider fehlt ein Teil des Briefes, sodass wir Ort und Datum nicht mehr nachvollziehen können. Wir vermuten aber, dass der Brief Mitte, ggf. Ende der 30er Jahre verfasst wurde.
Dieser Text ist aus seiner Zeit heraus ein fabelhaftes Beispiel, wie die einfache und weltanschaulich konforme Bevölkerung nach der unruhigen Phase der Weimarer Republik die ersten Jahre des Nationalsozialismus wahrgenommen haben.
"Nein Schnee haben wir hier unten keinen, z.Zt. Aber oben auf den Bergen und im Frühjahr bez. Ostern werden wir auch haben. Ja, ich begreife Deine Sehnsucht nach den Bergen u. Thälern. Ich sehe es immer mehr ein wie schön es in unserer Gegend ist! und wie wenig Reiz eine Grossstadt hat! Freiburg ausgeschlossen. Ich ziehe jetzt den Vergleich mit meinen Pariser Freundinnen. Wie haben wir es schön jeden Sontag, abwechselnd in ein od. z. Andere Hotel auf unsern Höhen fahren zu können. Es ist einzig schön im Winter wie im Sommer! Überhaupt die Ordnung in unserm schönen Vaterlande und die Ruhe! Was haben wir Vieles, Schönes, unserem Führer zu danken! Auch unser Betrieb, der sehr wankend dastand ist wieder im Aufblühen begriffen, dass es einem Freude macht!"