Filme

1933 - 1938


Capriccio (D, 1938)


Brief vom 17. August 1938 aus Jena
Ein Mann schreibt einen Freund einen Brief und erwähnt darin einen Kinobesuch.
"Heute war ich mit Olga in dem Film "Capriccio", er hat mich schon etwas enttäuscht, ich hatte ihn mir ganz anders vorgestellt."

Der Klosterjäger (D, 1935)
Brief vom 20. Dezember 1935 aus Krummhübel, Niederschlesien
Ein Sportlehrer, der im Ferienort Krummhübel im Riesengebirge arbeitet, schreibt seiner Freundin. Es ist kurz vor Weihnachten und er ist traurig darüber, seine Freundin zu Weihnachten nicht sehen zu können. Stattdessen hat er viel zu arbeiten. Am 1. Weihnachtsfeiertag erwartet er beispielsweise viel Betrieb. Außerdem erwähnt er, dass er noch am Abend ins Kino gehen wird. Es läuft der Film "Der Klosterjäger", der erst wenige Wochen zuvor Premiere gefeiert hat.
"Heute Abend werde ich einmal ins Kino gehen, es wird geben, der Klosterjäger, denke mir das der Film sehr gut sein wird."

Morgenrot (D, 1932)
Brief vom 23. März 1933 aus Jütebog
Ein junger Soldat schreibt seiner Freundin.
"Vorhin wurde im Soldatenheim der Film „Morgenrot“ gegeben. Das ist der erste Film, der mich wirklich ergriffen und gefallen hat. Eben, weil die Leute wirklich echt gespielt haben, und daß dieser Film das wahre Gesicht des Krieges darstellt. Kameradschaft bis in den Tod. Die deutsche Mutter und Braut wird auch wunderbar verkörpert. Überhaupt alles, was mitspielt ist echt. Wenn Du Gelegenheit hast, dann sieh Dir bitte mal diesen Film an. Ich glaube, daß der noch schöner, als der Hermann Löns Film ist. Jetzt muß ich aber schleunigst Schluß machen. Morgen früh heißt es „Aufstehen“."

Ich bei Tag und Du bei Nacht (D, 1932)

Brief vom 27. Juni 1935 aus Olching bei München

Wir sind uns sehr sicher, dass es sich um den Emfpänger des Briefes um eine Art Heiratsschwindler gehandelt haben muss. In unserem Archiv befindet sich ein Stapel Briefe von vielen unterschiedlichen jungen Frauen aus den 30er Jahren, die er oftmals parallel angeschrieben hat. Der Empfänger des folgenden Textes hat offenbar verstärkt über Zeitungsanzeigen versucht, junge Damen kennenzulernen. Stets kommt er direkt auf das Thema Heirat zu sprechen und betont immer wieder, dass die jungen Frauen viel Geld mitbringen müssen, weil seine Eltern sonst gegen die Heirat sind. Wenn die Frauen zögern oder seinen Forderungen nicht nachkommen, lässt er diese links liegen. Wir sind froh darüber, auch einige Durchchläge seiner Briefe zu besitzen. Der junge Mann hat seine Texte oft mit Schreibmaschine geschrieben. Der folgende Text stammt von einer jungen Frau, die er offenbar gut gekannt hat. Es handelt sich scheinbar um eine Art Jugendliebe. Beide Personen wohnten in der Selben Ortschaft. In zahlreichen Briefen geht es zwischen den beiden Personen immer wieder hin und her, während die Verfasserin des folgenden Textes das Thema Heirat gerne langsam angehen möchte, übt der Empfänger des Textes viel Druck auf sie auf. In einen dieser Briefe kommt das Fräulein auf den Film "Ich bei Tag und Du bei Nacht" aus dem Jahr 1932 zu sprechen. Ein Wort, das wir nicht entziffern konnten, haben wir mit einem (?) gekennzeichnet.
"Du bist ein entsetzlich großer Optimist. Glaubst du wirklich, daß wir im Herbst ohne Möbel? ohne alles heiraten können. Ich seh da etwas weiser und mach dir folgenden Vorschlag. Wir verschieben diese Heiraterei bis Sommer 36 bis dahin kann ich mir meine Möbel selbst sparen und du hast mein Ziel für die 1000 – h RM die (?) ich finde das ist das einzig richtige nachdem deine Eltern eine Unverständlichkeit besitzen die zum Wände hochklettern ist. Was hätte das für einen Zweck wenn wir jetzt heiraten würden wir wären ganz auf uns selbst angewiesen so kannst du und ich noch zu Hause essen und schlafen und nächstes Jahr könntest Du für die Wintermonate zurücklegen dafür versprech ich dir dann mitzuhelfen im Winter, wir machen's von ganz so wie im Film du ein Sommer ich ein Winter erinnerst du dich an den Film „Ich bei Tag u. Du bei Nacht“. So mein lieber hoffentlich gefällt dir die Idee wenn nicht würde es mir leid tun. Viele Herzliche Grüße und K."