Münchner Räterepublik



Geschichtlicher Hintergrund:

Am 1. November 1918 ereignete sich in Kiel der Matrosenaufstand, der nicht nur ein wichtiges Ereignis für das Kriegsende war, sondern gleichzeitig das Ende der Kaiserzeit in Deutschland einleitete. Sechs Tage später wurde in München von Kurt Eisner die Räterepublik ausgerufen. Nachdem dieser am 21. Februar 1919 ermordet wurde, proklamierte am 7. April 1919 der Arbeiter- und Soldatenrat die Bayrische Räterepublik. Diese wurde bereits am 3. Mai niedergeschlagen.

Brief vom 5. Mai 1919 aus München
Eine junge Frau schreibt der Geliebten ihres verstorbenen Bruders. Die Empfängerin des Briefes hat anschließend offenbar den Kontakt zu der Absenderin gesucht, denn sie bekam zahlreiche Briefe, die sie in den Jahren zuvor selbst an den Verstorbenen geschrieben hatte überreicht. Nur wenige Jahre später verstarb ein weiterer junger Mann, der der Geliebten des Verstorbenen nahe stand. Diese Unterlagen sowie einige Bilder und weitere Informationen zu diesen Schicksalen sind in unserem Archiv gelagert.

"Geehrtes Fräulein!

Ich vermute, daß Sie meinen Bruder Theodor nahe gestanden haben, weshalb ich in seinem Sinne zu handeln glaube, wenn ich Ihnen von dem uns so schwer getroffenen Unglück besonders Mitteilung mache.

Er ist am 2. Mai mittags versehentlich erschossen worden und zwar als er für einen Augenblick das Haus verließ und sich um die Ecke sehen wollte, um die „Weiße Garde“ hereinmarschieren zu sehen. Leiden mußte er nicht mehr, da die Kugel ihm durch den Kopf ist, das Bewußtsein natürlich sofort nahm und den Tod in ½ Stunde herbeiführte. -

Die Beerdigung findet am Mittwoch 4 ½ im Waldfriedhof, den er so lib hatte, statt.

Ich grüße Sie als unbekannt. Freundlich und stehe Ihnen, falls Sie es wünschen, auch zu einem persönlichen Wort zur Verfügung."