Versailler Vertrag


Brief vom 20. Juli 1919 aus Iserlohn
Eine junge Frau schreibt nur wenige Tage vor der Unterzeichnung des Versailler Vertrages ihren Freund nach München. In Betracht auf die unsichere Lage der damaligen Zeit, was mit dem noch nicht unterschriebenen und in diesem Brief erwähnen Versailler Vertrag sowie der Alliierten Rheinlandbesetzung zu begründen ist, hat dieser Text eine besondere Brisanz. Dabei muss erwähnt werden, dass die damalige Grenze der Rheinlandbesetzung nur knapp 30 Kilometer von Iserlohn weg war.


"Hast doch auch jetzt meine Karte vom 19. von Hagen bekommen auf der schrieb ich Dir schon wie es augenbl. hier ist. Wenn die Unsern den Frieden nicht unterzeichnen haben wir in den nächsten Tagen den Feind hier im Westfalenland. Alfred ist schon reisefertig um sich gleich freiwillig zu melden, meine Mutter ist sehr traurig, Alfred ist ja erst 18 Jahre. Wenn der Feind ja kommt, werden die jungen Leute alle interniert u. das will man eben vermeiden. Hoffendl. Kommt es nicht so weit, bis Sonntag wissen wir ja alles. Was hat uns dieser Krieg nicht schon alles gebracht, immer wieder neue Sorgen, aber alles muß man nehmen wie's kommt. Hoffendl. wird unserem Wiedersehen nichts in den Weg gelegt?"
 

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