Gedichte


Gedicht - Die Kokarde
In der Regel veröffentlichen wir hier bisher unveröffentlichte Texte aus unserem Archiv. Das folgende Gedicht haben wir auf einer Ansichtskarte gefunden. Im Netz konnten wir den dazugehörigen Text nicht finden, lediglich in alten Büchern kann man es finden. Veröffentlicht wurde es (vermutlich erstmals) im Buch "Wann kommst Du, Bismarck?" von Franz Lüdtke im Jahr 1921. Das Gedicht ist inzwischen Gemeinfrei und aus dem Grund, dass es im Internet heute nicht frei zugänglich ist, möchten wir es hier veröffentlichen.


Die Kokarde

Zertreten, beschmutzt, in Kot und Sand,
Auf der Straße ich eine Kokarde fand,
Ein armselig, billig, blechern Ding
und doch mir war, ganz Deutschland hing
In all' seiner Angst und Qual und Not
An diesem verachteten Schwarz-Weiß-Rot!
Ich hob sie auf und sah sie an,
Was hat man der kleinen Kokarde getan?
Vielleicht hat sie Kurland und Flandern gesehn
In Wintertagen und Lenzessturmwehn,
Vielleicht sang der Nord und der Süd
Auf dem Ozean ihr sein gellend Lied?
Vielleicht... doch das Lied und der Sturm ist aus,
Da mußte die kleine Kokarde nach Haus.
Doch zu Hause da galt nicht ihr Schwarz-Weiß-Rot,
Da liegt sie wie Deutschland zertreten im Kot!
Ich hob sie auf und sah sie an,
Mir war's als hing eine Trän daran.
Ich rahme sie ein mit trübem Gesicht
Und schreibe darunter:
     Besiegt bist du nicht . . .

 

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