Kriegsziele

Texte aus den Jahren
1914 - 1918


Text vom 22. November 1917 aus Bad Salzuflen
Ein Unternehmer schreibt einen Text, den er für ein "Sammelwerk" verfasst hat. Ob dieses Sammelwerk je veröffentlicht wurde, ist uns nicht bekannt.
"Mögen unsere Feinde auch noch so laut verkünden, ihr Vernichtungswille richte sich weder gegen das deutsche Reich noch gegen das deutsche Volk, ihr Kriegsziel bleibt doch unverändert: Schwächung des deutschen Wettbewerbs in der Weltwirtschaft. Und das ist gleichbedeutend mit: Vernichtung unserer Volkswirtschaft, deren Emporblüten gegründet war auf Tüchtigkeit, Zucht und Ordnung. Was Deutschland wissenschaftlich und sozialpolitisch geleistet hat, war vorbildlich. Aber grade unser soziales Empfinden und Streben mit seinen internationelen Wirkungen passt nicht in die Pläne des weltbeherrschenden englisch-amerikanisch-französischen Gross-Kapitals. Die Furcht unserer Feinde soll verschleiert werden durch Angriffe auf den sogenannten "Militarismus", der im deutschen Volksheere nur auf ein Ziel gerichtet sein kann: Verteidigung berechtigter Ansprüche auf den unseren Bedürfnissen und Leistungen entsprechenden "Platz an der Sonne". Freier Wettbewerb in der Welt ist unsere Losung, unser Kriegsziel. Ohne ihn kann das werktätige Volk nicht leben. Um ihn sicherzustellen, müssen wir siegen. Und dazu bedarf es der Vereinigung und Anspannung aller Kräfte bis an die äusserste Grenze!"


Dieses Thema steht im Zusammenhang mit den Themen:
Kriegsausbruch, Friede/Sieg/Niederlage und Kriegsverlauf.