Friede / Sieg / Niederlage

Texte aus den Jahren
1914 - 1918


Geschichtlicher Hintergrund:

Der Erste Weltkrieg war für viele Menschen ein schreckliches Erlebnis. Obwohl die deutsche Bevölkerung im eigenen Land wenig direkte Berührung mit diesem Krieg hatte, war der Friedenswille deutlich spürbar. Schließlich sind viele Soldaten in diesem Krieg gefallen und verwundet worden. Neben den Sorgen um die Liebsten hatten die Menschen im Reich mit Lebensmittelknappheit und ähnlichen Kriegsauswirkungen zu kämpfen. Spätestens nach den ersten Kriegsmonaten war für alle klar, dass dieser Krieg eine Dimension erreicht hat, die sich niemand wünscht. Der Friedenswille war also da, trotzdem hoffte man diesen Frieden mit einem erfolgreichen Kriegsverlauf erreichen zu könnten. Texte in dieser Rubrik sollen einen Einblick in diese Zeit und in die Gefühlswelt der Menschen verdeutlichen.

Foto-Ansichtskarte vom 21. Dezember 1917 aus Rumänien
Ein deutscher Soldat schreibt eine Ansichtskarte in die Heimat.
"Sende Euch allen einen herzlichen Gruß aus Ru. Liegen in einem rum. Dorfe in Quartier und warten auf Frieden, hoffentlich wird es diesmal wahr. Sonst geht es mir gut die Verpflegung ist gut. Haben hier die schönsten Winter ohne Schnee. Muß Weihnachten u Neujahr in der Ferne feiern. Hoffentlich bringt das neue Jahr den langersehnten Frieden."
Brief vom 2. August 1917
Ein deutscher Soldat schreibt in die Heimat.
"Die Unsern haben hier heutemorgen angegriffen und den Graben genommen. Haben auch eine anzahl Gefangene gemacht. Die waren hier noch bei uns im Graben. Denn hier in unserem Graben lief auch der Regimentsstab. Bei den Russen gehts wohl auch noch immer weiter. Hoffendlich hats bald mal ein ende. Viel spaß machts hier nicht wenn man auch garnichts tut."
Brief vom 1. Januar 1917 aus dem Rheinland
Eine Frau aus dem Rheinland schreibt ihren Neffen, der im Elsaß stationiert ist, einen Neujahrswunsch.
"Zum neuen Jahre sende ich und Traudchen Dir die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Hoffentlich ist es doch das Friedensjahr."

Brief vom 29. September 1916 nach Berlin

Eine Frau schreibt ihrer Schwester nach Berlin. Neben den Friedenswunsch in diesem Text bekommt man einen kleinen Eindruck vermittelt, wie die Lebensumstände in diesen Jahren für Familie und Soldaten waren.

"Nachdem wir nun ziemlich wieder im alten Geleise sind, sende ich Euch herzlichen Dank für die Gratulation zu meinem Geburtstag, auch vielen Dank für den schönen Blusenstoff. Sollte man noch den langersehnten Frieden erleben, dann werde ich sie mir nähen lassen [...]Ja wenigstens ist er noch mal hier gewesen. So viel Gepäck zum schleppen, schlechtes Zeug u. Stiefel wo Wasser rein und raus geht. Wie einem bei solchem Anblick zu Mute ist, läßt sich nicht aussprechen. Sonst sah er ganz wohl aus als er sein Zeug mit der alten Kluft gewechselt hatte."
Brief vom 10. November 1914
Eine Frau aus Braunschweig schreibt Bekannten einen Brief.
"In der Hoffnung, daß der liebe Gott unseren braven Truppen zum Siege verhilft grüßt Sie dankbar..."
Datum des Briefes leider unbekannt
Ein Mann schreibt Freunden oder Bekannten einen Brief.
"Der Sommer muß herrlich werden – wenn nur da der grausame Krieg vorbei ist..."

Dieses Thema steht im Zusammenhang mit den Themen: Kriegsausbruch und Kriegsverlauf.