Fortschritt

Texte aus den Jahren
1848 - 1865


Zum diesem Thema haben wir ein Gedichtbuch in unserem Archiv.


Aus einem Gedichtbuch aus dem Jahr 1861

Ein Gedichtbuch eines Bauern aus der Gegend von Ost-Westfalen beinhaltet zahlreiche für die damalige Zeit und für einen Mann aus dem Bauernstand außergewöhnliche selbst geschriebene Gedichte. Viele damals neu aufkommende Strömungen werden in diesem Buch kritisch hinterfragt. Der Autor steht gerade dem technischen Fortschritt, dem Atheismus, der Demokratie und dem Freiheitsstreben der Bevölkerung misstrauisch gegenüber. Die Texte sind sehr lang und haben eine manchmal schwer verständliche Rechtschreibung. Eine gekürzte Zusammenfassung eines sehr zeitlosen Gedichtes möchten wir Ihnen hier präsentieren.

Die aufgeklärte Zeit

Alles ist voran Gerückt
In Politischen Dingen
Alles weiß man ganz geschickt
Künstlich zu vollbringen
Was einst noch Unglaublich war
Steht als leichtes Spiel jetzt da

Wagen fliegen durch das Land
Wie der pfeil vom Bogen
Nur gelenkt von einer Hand
Und durch Dampf gezogen
Schnell in eingen Augenblick
Legt man Meilenwegs zurück

Die Debetsche fiegen schnell
Wie die Blitze eben
Und sind schier an Ord und Stell
Wenn sie Aufgegeben
Wie die erste Sonnenstrahl
So fliegts über Berg und Tahl

Ist man auch Vorangerant
Geld mehr aufzubringen
Weiß der aufgeklärtestand
Mehr auch zu Verschlingen
Ja man braucht jetzt doppelt mehr
Als die alten Vater hier

Ist auch unser Grundbesitz
Arg im Werd gestiegen
Sieht man manches Gut doch jetzt
Noch in Schulden liegen