Amerikanischer Bürgerkrieg
auch Sezessionskrieg oder Civil War

Texte aus den Jahren
1848 - 1865


Zum Thema Amerikanischer Bürgerkrieg liegen 15 deutsche Briefe in unserem Archiv. Hinzu kommen ungefähr weitere 100 deutsche Briefe, die im 19. Jahrhunder in Nordamerika geschrieben wurden und innerhalb des Kontinentes oder nach Europa verschickt wurden.


Brief vom 9. April 1862 im Camp Taylor bei Cairo

Ein deutscher Soldat, der in Ohio wohnt, schildert seinem Bruder, der ebenfalls in Amerika wohnt, in einem Brief seine Kriegserlebnisse. Entweder war die Bildung/Kenntnis der Rechtschreibung dem Soldaten fremd und/oder (was normal ist für deutsche Auswanderer in Amerika in dieser Zeit) hat er aufgrund des englischen Einflusses schon vieles seiner Muttersprache verlernt. Der englische Einfluss ist in diesem Text sehr gut zu erkennen. 

"...am 7 Aprill haben die Südlichen uns mit 100thausent man Morgens am 7 Uhr angegriffen gerade als wir frühsticke wollten kam eine Konone Kugel über unsern Köpfe geflogen wir lagen auswendig und waren die ersten [...] die sie angegriffen wir nahmen also unsere Stelle auf einem kleinen Hügel mit dem 71. 53 Ohio Regamente und wir hielten unsere Stelle 2 Stunden aber die Ohio Infanderi wolte nicht stand halten und wir musten zurückziehen von da aus schlugen sie uns zurück 2 Meilen dan hielten wir unsern Graund bis nacht am nächsten Morgen bekamen wir 60 thausend man zu hülfe unter dem General Bull [Anmerkung: Gemeint ist wohl William „Bull“ Nelson“] dan schlugen wir sie den ganzen Tag zurück und trüben sie 5 Meilen aber mit großem Verlust ich kan dir sagen es war hart und Schmerzlich anzusehen  wie
die Todten auf einander lagen u das Geschrei von den Verwundeten es lagen über 5000 man Todte auf dem Feld u zwei mahl so viel von dem Feind unsere Battery ist schwerlich fit ins Feld zu gehen den wir Verloren fast alle unsere Pferde und was nicht ver Woundet aber Todt ist, ist krank den es war ein harter streich Wir schlugen den besten general den sie hatten und 2 der besten sind gefallen unsere alten Rechamenter haben sehr gelitten den die neuen wolten nicht stand halten das 18 Ill ist fast ganz verhauen vom Meig seinem Bruder habe ich nichts gehört ich weiß nicht ob er lebt oder nicht den wir sind jetzt 200 thausend man stark und da ist es hart einen auszufinden unsere Kleidungen haben wir alle verloren und alles was wir hatten in der Kleidungen. Wir sind jetzt 8 meilen von der feindlichen Armee und ich denke daß bald wieder etwas loß geht Lieber Bruder Gott hatt mich Wunderbar erhalten den meine Kameraden fielen an beiden Seiden und ich wurde verschont da lernt es ein an Jesus Christus zu glauben."